Wenn der Staubsauger kaum noch etwas aufnimmt …
Kennst Du das, manchmal merkst du beim Staubsaugen plötzlich:
Irgendetwas stimmt nicht. Der Motor läuft. Du gehst über denselben Teppich wie immer. Doch der Staubsauger nimmt kaum noch etwas auf.
Dann kannst du zehnmal über dieselbe Stelle fahren – es wird nicht wirklich besser. Bis du nachsiehst und feststellst: Der Behälter ist voll.
Nicht die Kraft fehlt. Es ist einfach kein Platz mehr da.
Manchmal geht es unserer Seele ganz ähnlich. Wir funktionieren weiter. Wir stehen morgens auf.
Wir erledigen unsere Aufgaben.
Wir kümmern uns um Menschen.
Wir versuchen, freundlich zu bleiben und unseren Alltag zu bewältigen.
Aber innerlich merken wir: Ich kann kaum noch etwas aufnehmen. Ein kleines Problem wird plötzlich zu viel. Eine harmlose Bemerkung trifft ungewöhnlich tief. Eine weitere Aufgabe fühlt sich an, als wäre sie nicht mehr zu schaffen. Und dann fragen wir uns vielleicht: „Warum bin ich im Moment so empfindlich?“
Doch vielleicht bist du nicht zu empfindlich. Vielleicht ist dein Inneres einfach schon sehr voll. Voll mit Gedanken. Mit Dingen, die du noch niemandem gesagt hast. Mit Sorgen um Menschen, die dir wichtig sind. Mit Enttäuschungen, die du heruntergeschluckt hast. Mit Fragen, auf die du noch keine Antwort hast.
Die Bibel sagt: „Vertraut auf ihn allezeit, ihr Leute; schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht.“
Psalm 62,9 · Schlachter 2000
Was für eine Einladung: Schütte dein Herz vor Gott aus. Du musst nicht alles darin festhalten. Du musst vor Jesus nicht sortieren, bevor du zu ihm kommst. Du darfst ihm auch das Ungeordnete bringen.
Die Angst. Den Ärger. Die Enttäuschung. Die Müdigkeit. Auch die Gedanken, bei denen du selbst nicht genau weißt, warum sie dich so beschäftigen.
Vielleicht besteht dein Gebet heute einmal nicht aus schönen Worten.
Vielleicht sagst du einfach: „Jesus, in mir ist gerade zu viel. Ich möchte dir erzählen, was mich belastet.“
Und dann werde ehrlich. Nicht weil Gott noch nicht weiß, was in dir ist.
Sondern weil deine Seele manchmal loslassen muss, was sie viel zu lange festgehalten hat. Vielleicht wird dadurch nicht sofort jedes Problem gelöst. Aber etwas anderes kann geschehen: In deinem Herzen entsteht wieder Raum. Raum für Gottes Frieden. Raum für einen klaren Gedanken. Raum für neue Kraft. Raum, um wieder wahrzunehmen, was Gott dir sagen möchte.
Du musst nicht warten, bis deine Seele völlig überfüllt ist. Du darfst regelmäßig bei Jesus „ausleeren“, was sich in dir angesammelt hat.
Denn Gebet bedeutet nicht nur, Gott um etwas zu bitten. Gebet darf auch der Ort sein, an dem du endlich nicht mehr stark sein musst.
Vielleicht brauchst du heute nicht mehr Kraft, um noch mehr zu tragen. Vielleicht brauchst du einen stillen Moment bei Jesus, in dem du endlich ablegen darfst, was dein Herz schon viel zu lange gefüllt hat. 🤍
Ich wünsche ich Dir einen wundervollen und überfließend gesegneten Tag ツ
In Jesu Liebe verbunden, Andreas ღ